Mikrobiom: Zusammenhang mit Demenz und Parkinson immer deutlicher

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Mikrobiom, Umweltgifte und stille Entzündungen – warum moderne Mikrobiom-Diagnostik zur Prävention von Alzheimer und Parkinson zunehmend an Bedeutung gewinnt

Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson nehmen weltweit zu. Parallel dazu wächst das wissenschaftliche Verständnis dafür, dass diese Erkrankungen nicht isoliert im Gehirn entstehen. Neben der noch vorherrschenden Hypothese, dass etwa Alzheimer allein durch sogenannte Beta-Amyloid-Plaques (Eiweißablagerungen) oder Tau-Fibrillen (unlösliche, fadenförmige Ablagerungen des Proteins Tau) entstünde, rücken immer häufiger auch systemische Prozesse in den Fokus – allen voran chronische Entzündungen, Umweltbelastungen und die Rolle des Darms als zentrale Schnittstelle zwischen Körper und Gehirn.

Zusammenhang zwischen Mikrobiom, Demenz und Parkinson - Alzheimer Deutschland

Das Mikrobiom: So individuell wie unser Fingerabdruck und nicht aufs Geratewohl zu behandeln

Das Mikrobiom ist mittlerweile in aller Munde. Kaum ein Gesundheitsthema wird, vor allem in den Medien, so häufig besprochen wie unsere Darmflora, die ein Ökosystem aus Billionen Mikroorganismen darstellt. Das Problem dabei: Auf sehr vereinfachte Weise wird  – auch durch die intensive Werbung – suggeriert, man müsse nur einige Prä- oder Probiotika zu sich nehmen und schon sei das Mikrobiom intakt. Doch so einfach ist es nicht. Denn zum einen ist das menschliche Mikrobiom so individuell wie unser Fingerabdruck, so dass die unkontrollierte Einnahme solcher Produkte mitunter mehr Schaden als Nutzen einbringen kann; zum anderen ist auch eine gesunde Darmbarriere Voraussetzung dafür, dass die Darmflora überhaupt leben kann.

Deshalb sind mittlerweile ganz einfach zu Hause durchzuführende Mikrobiom-Tests eine höchst sinnvolle Maßnahme. Wie sieht das eigene Mikrobiom überhaupt aus? Was fehlt, was ist überrepräsentiert, wo bestehen funktionelle Lücken? Wir beleuchten dieses Thema nachfolgend näher in unserem Interview mit einem der führenden Mikrobiom-Forscher, dem Bioinformatiker und Systembiologen Dr. Paul Hammer, CEO des Biotechnologie-Unternehmens BIOMES, das den derzeit wohl umfangreichsten und belastbarsten Mikrobiom-Test für zu Hause anbietet.

Doch zunächst: Was sagt die aktuelle Forschung zu den Zusammenhängen des Darms, des Mikrobioms und unserer heutigen Lebensweise mit den Prävalenzzahlen neurodegenerativer Erkrankungen wie Demenz und Parkinson?

Umweltbelastungen, Entzündungen und Neurodegeneration: ernstzunehmende Zusammenhänge

Immer mehr Studien zeigen, dass Menschen im Laufe ihres Lebens einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt sind: Schwermetalle, Pestizide, Feinstaub, Mikroplastik, Medikamentenrückstände und sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS). Diese Stoffe wirken allerdings nicht punktuell, sondern chronisch und im ganzen Organismus – häufig unbemerkt und oft über Jahrzehnte.

In der Forschung wird in diesem Zusammenhang zunehmend von „silent inflammation“ gesprochen – einer niedriggradigen, chronischen Entzündungsaktivität, die keine akuten Symptome verursacht, langfristig jedoch biologische Systeme destabilisieren kann. Gerade bei Alzheimer und Parkinson gilt Neuroinflammation heute als wichtiger Mitfaktor im Krankheitsgeschehen.

Darm-Hirn-Achse und Blut-Hirn-Schranke: Wenn die Schutzmechanismen nachlassen

Darm-Hirn-Achse und Blut-Hirn-Schranke

Der Darm steht über die sogenannte Darm-Hirn-Achse in engem Austausch mit dem Gehirn. Immunbotenstoffe, mikrobielle Metabolite und Entzündungssignale können über Blut- und Nervensignale weitergeleitet werden. Gleichzeitig schützt die Blut-Hirn-Schranke das empfindliche Nervengewebe normalerweise sehr effektiv.

Doch auch diese Schutzbarriere ist kein starres System. Studien zeigen, dass chronische Entzündungen und bestimmte bakterielle Endotoxine ihre Durchlässigkeit beeinflussen können. Besonders relevant ist dabei, dass das Gehirn eines der lipidreichsten Organe des Menschen ist – vor allem die Myelinscheiden der Nervenzellen bestehen zu einem sehr hohen Anteil aus Fetten. Lipophile Substanzen können sich daher bevorzugt im Nervensystem anreichern.

Das Mikrobiom als stiller Mitspieler bei Alzheimer und Parkinson

Bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen werden zunehmend charakteristische Veränderungen des Mikrobioms beschrieben: reduzierte Vielfalt, Verlust schützender Bakterien sowie Verschiebungen funktioneller Stoffwechselwege. Besonders gut untersucht ist dieser Zusammenhang bei Parkinson, wo Darmveränderungen oft Jahre vor den motorischen Symptomen auftreten.

Auch bei Alzheimer mehren sich Hinweise darauf, dass eine Dysbiose mit systemischer Entzündung, Immunaktivierung und einer gestörter Barrierefunktion einhergehen kann. Der Darm wird damit nicht zur Ursache im engen Sinne – aber zu einem relevanten Modulator des Krankheitsverlaufs.

Vom Bauchgefühl zur Datenlage: Warum Mikrobiom-Tests an Bedeutung gewinnen

Trotz dieser wachsenden Erkenntnisse, die vor allem in Bezug auf die Prävention neurodegenerativer Erkrankungen, aber auch im Hinblick auf ebenfalls massiv steigende Fallzahlen bei Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Krebs, relevant sind, fehlt vielen Menschen noch ein konkreter Zugang zu ihrer eigenen Darmgesundheit. Empfehlungen zu Ernährung oder die Einnahme von Probiotika bleiben oft viel zu allgemein – und damit unspezifisch. Genau hier setzt moderne Mikrobiom-Diagnostik an.

Mit Dr. Paul Hammer haben wir über moderne Mikrobiom-Diagnostik in Bezug auf neurodegenerative Erkrankungen, die Bedeutung der Darmbarriere und warum eine gezielte Darmsanierung, etwa mit dem in zahlreichen klinischen Studien untersuchten Wirkstoff PMA-Zeolith, in vielen Fällen eine einfache und sinnvolle Vorgehensweise sein kann.

Dr. Paul Hammer im Interview: „Ohne individuelle Daten bleibt alles Spekulation“

Alzheimer Deutschland (AD): „Herr Dr. Hammer, das Mikrobiom wird inzwischen auch im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen diskutiert. Was wird dabei aus Ihrer Sicht häufig übersehen?“
Dr. Paul Hammer (PH): „Oft wird das Mikrobiom noch zu isoliert betrachtet. In Wirklichkeit ist es Teil eines hochkomplexen Systems. Es reagiert auf Umweltbelastungen, etwa Schwermetalle, Mikroplastik, PFAS, also die sogenannten Ewigkeitschemikalien, aber auch auf Ernährung, Feinstaub in der Luft, Medikamente, vor allem Antibiotika, und zudem auf Stress sowie auf den Zustand der Darmbarriere. Wenn diese Barriere gestört ist, geraten viele Prozesse aus dem Gleichgewicht. Ohne konkrete Daten über das individuelle Mikrobiom bleibt vieles reine Spekulation.“
AD: „Warum halten Sie individuelle Mikrobiom-Analysen gerade in diesem Kontext für sinnvoll?“
PH: „Mikrobiom-Analysen helfen, systemische Belastungen sichtbar zu machen. Wir sehen in unseren Daten häufig Muster, die auf Entzündungsprozesse oder eine beeinträchtigte Barrierefunktion hinweisen. Das ersetzt keine medizinische Diagnose, liefert aber wertvolle Hinweise, um gezielt weiterzudenken – gerade bei komplexen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, bei denen viele Faktoren zusammenspielen.“

„Die Forschung hat in den vergangenen Jahren sehr deutlich gemacht, dass neurodegenerative Erkrankungen nicht ausschließlich im Gehirn entstehen, sondern das Ergebnis komplexer systemischer Prozesse sind. Das Mikrobiom rückt dabei zunehmend in den Fokus.“
Dr. Paul Hammer, Bioinformatiker und Systembiologe, CEO BIOMES

AD: „Was weiß man heute über die Rolle des Mikrobioms in Bezug auf neurodegenerative Erkrankungen?“
PH: „Die Forschung hat in den vergangenen Jahren sehr deutlich gemacht, dass neurodegenerative Erkrankungen nicht ausschließlich im Gehirn entstehen, sondern das Ergebnis komplexer systemischer Prozesse sind. Das Mikrobiom rückt dabei zunehmend in den Fokus, weil es eine zentrale Schnittstelle zwischen Umwelt, Immunsystem, Stoffwechsel und Nervensystem darstellt. Was wir heute bereits gut belegen können, ist, dass sich bei Erkrankungen wie Parkinson – und zunehmend auch bei Alzheimer – charakteristische Veränderungen im Darmmikrobiom zeigen. Dazu gehören eine reduzierte mikrobielle Vielfalt, der Verlust bestimmter schützender Bakteriengruppen sowie Verschiebungen in zentralen Stoffwechselfunktionen. Diese Veränderungen gehen häufig mit chronischen Entzündungsprozessen einher. Besonders wichtig ist dabei die Rolle der Darmbarriere. Ist sie geschädigt oder durchlässig, können entzündliche Signale, bakterielle Bestandteile oder Stoffwechselprodukte vermehrt in den Organismus gelangen. Über immunologische und neurobiologische Signalwege – die sogenannte Darm-Hirn-Achse – können diese Prozesse auch das Gehirn beeinflussen. Parallel zeigen Studien, dass chronische systemische Entzündung die Funktion der Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen kann, was wiederum neuroinflammatorische Prozesse begünstigt.“
AD: „Insbesondere bei Parkinson mehren sich die Zeichen, dass Umweltgifte wie etwa Pestizide eine große Rollen spielen können. In Frankreich ist bereits seit dem Jahr 2012 Parkinson als Berufskrankheit anerkannt, wenn ein Betroffener in seinem Leben, etwa als Landwirt oder in der Industrie, häufig mit solchen Stoffen in Berührung kam. Wie weit ist unsere Forschung hier?“
PH: „Ja, das ist richtig. Gerade bei Parkinson gibt es sehr überzeugende Hinweise darauf, dass Veränderungen im Darm bereits Jahre vor den neurologischen Symptomen auftreten können. Bei Alzheimer ist die Datenlage komplexer, aber auch hier mehren sich die Hinweise, dass Dysbiose, Immunaktivierung und Entzündung eine relevante Rolle im Krankheitsgeschehen spielen. Wichtig ist mir dabei jedoch eine klare Einordnung: Das Mikrobiom ist hier nicht die Ursache, sondern ein wesentlicher Modulator. Das bedeutet, es beeinflusst, wie stark Entzündungsprozesse ablaufen, wie das Immunsystem reagiert und wie resilient der Organismus gegenüber Belastungen ist. Genau hier liegt die Bedeutung moderner Mikrobiom-Diagnostik. Sie erlaubt es uns, diese systemischen Zusammenhänge sichtbar zu machen.“
AD: „Welche Rolle spielt die Vielfalt des Mikrobioms?“
PH: „Eine sehr große. Gesunde Mikrobiome zeichnen sich durch hohe Diversität aus. In vielen Analysen sehen wir jedoch stark verarmte Systeme, das bedeutet, dass viele Menschen in unseren Industrieländern nur noch 400 bis 500 verschiedene Bakterien- und sonstige Mikrobenstämme in sich tragen, anstatt der früher normalen zweitausend. Wenn Funktionen nur noch von wenigen Mikroorganismen getragen werden, wird das gesamte System instabil. Das kann Auswirkungen auf Immunregulation, Stoffwechsel und letztlich auch auf neurobiologische Prozesse haben, wie immer mehr Studien alarmierend aufzeigen.“
AD: „Sie sprechen hier auch vom Zustand der Darmbarriere als Schlüsselfaktor. Was hat es mit dieser Darmbarriere auf sich?“
PH: „Das Mikrobiom kann nur dann stabil funktionieren, wenn die Darmschleimhaut als Teil der Darmbarriere intakt ist. Die Darmbarriere wiederum ist sozusagen der Boden, auf dem die Darmflora gedeihen kann. Ist sie chronisch entzündet oder durchlässig, können selbst gezielte Maßnahmen kaum greifen. Viele Menschen leiden aufgrund der vorgenannten Belastungen an einem Reizdarm-Syndrom oder am sogenannten ‚Leaky Gut’-Syndrom, einem Sammelbegriff für eine löchrige Darmbarriere. Laut eine Studie der AOK sind hierzulande schon rund 12 Millionen Menschen betroffen und die Dunkelziffer ist ungleich höher, da diese Leiden und Erkrankungen oft erst sehr spät diagnostiziert werden. Deshalb ist es aus meiner Sicht entscheidend, zuerst den Zustand der Barriere zu berücksichtigen, bevor man versucht, das Mikrobiom zu modulieren.“
AD: : „Kann Ihre Analyse denn Hinweise auf Erkrankungen wie Reizdarm, Leaky Gut oder entzündliche Prozesse liefern?“
PH: „Ja. Unsere Mikrobiom-Analyse kann erste Hinweise auf funktionelle Störungen, entzündliche Muster und auf eine beeinträchtigte Darmbarriere geben, wie sie typischerweise bei Reizdarm, Leaky Gut oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auftreten. Wir betrachten dabei das gesamte Ökosystem – inklusive entzündungsassoziierter Bakterien, Barriere-relevanter Schlüsselkeime und zentraler Stoffwechselfunktionen. Wichtig ist: Das ersetzt zwar keine ärztliche Diagnostik, kann aber sehr gut als datenbasierte Orientierung dienen. Wenn wir hier Auffälligkeiten erkennen, kann dies beim Arzt rascher zu einer Diagnostik führen, was vielen Menschen ein geraumes Maß an Zeit schenkt, um sich um den Darm und das Mikrobiom gezielt zu kümmern.“
AD: „Sie haben selbst Sequenzierungsverfahren und Auswertungsmethoden entwickelt. Warum war Ihnen der Schritt in die praktische Anwendung so wichtig?“
PH: „Weil ich überzeugt bin, dass dieses Wissen nicht im Labor enden darf. Wir können heute mit hoher Präzision erfassen, welche Mikroorganismen vorhanden sind, welche Funktionen sie erfüllen und wo Ungleichgewichte bestehen. Das eröffnet enorme Möglichkeiten, vor allem auch präventiv. Wir sehen ja, dass unsere Bevölkerung immer häufiger an Krankheiten leidet, die ursächlich auch mit dem Darm, mit dem Mikrobiom verbunden sind. Dazu zählen auch neurodegenerative Erkrankungen, deren Prävalenz unaufhörlich steigt. Besonders augenfällig ist zudem, dass die Betroffenen immer jünger werden. Bereits 10 Prozent der Demenz-Erkrankungen treffen Menschen, die unter 60 Jahre alt sind. Bei Parkinson sind diese Zahlen noch erschreckender. Viele Patienten sind noch keine 50 Jahre alt, wenn ein Morbus Parkinson diagnostiziert wird. Gleiches gilt natürlich auch für Darmerkrankungen selbst oder auch Krebs. Vor allem jüngere Menschen, oft noch Jugendliche erkranken an Darm- oder Magenkrebs. BIOMES ist genau aus diesem Gedanken heraus entstanden, über die Testierung des Mikrobioms sinnvolle Möglichkeiten der frühen Prävention anzubieten.“
AD: „Was ist aus Ihrer Sicht der größte Vorteil einer individuellen Mikrobiom-Analyse?“
PH: „Unsere Analyse ersetzt Vermutungen durch Wissen, sie zeigt auf, wie es wirklich um mein persönliches Mikrobiom und meine Darmgesundheit bestellt ist. Erst wenn ich weiß, wie mein Mikrobiom aussieht, kann ich Ernährung, Lebensstil oder auch den Einsatz von Probiotika sinnvoll planen. Auch kann ich erkennen, wie stark mein Mikrobiom belastet ist und dann etwa erst einmal den Darm gründlich sanieren, damit ich mein Mikrobiom sorgfältig stabilisieren kann. Alles andere ist und bleibt ein Ratespiel und ein ‚Schuss ins Blaue‘, denn man verliert eine Menge wertvolle Zeit, die man nutzen kann, bevor sich chronische und schwere Erkrankungen manifestieren.“

„Über die Darm-Hirn-Achse können solche Signale bis ins zentrale Nervensystem weitergeleitet werden. In der Forschung wird daher intensiv untersucht, inwieweit Dysbiosen und eine gestörte Darmbarriere zur Neuroinflammation beitragen können, die sowohl bei Alzheimer als auch bei Parkinson als relevanter Krankheitsmechanismus gilt.“
Dr. Paul Hammer

AD: „Das führt uns wieder direkt zur Darm-Hirn-Achse…“
PH: „Ganz genau. Das Darmmikrobiom steht in einem sehr engen Austausch mit dem Nervensystem und beeinflusst zentrale neurobiologische Prozesse. Darmbakterien sind an der Produktion und Regulation zahlreicher neuroaktiver Substanzen beteiligt – darunter Vorstufen von Neurotransmittern, aber auch Metabolite, die direkt auf Immun- und Nervenzellen wirken. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, kann dies chronische Entzündungsprozesse fördern und die Immunregulation verändern. Über die Darm-Hirn-Achse können solche Signale bis ins zentrale Nervensystem weitergeleitet werden. In der Forschung wird daher intensiv untersucht, inwieweit Dysbiosen und eine gestörte Darmbarriere zur Neuroinflammation beitragen können, die sowohl bei Alzheimer als auch bei Parkinson als relevanter Krankheitsmechanismus gilt. Die Darm-Hirn-Achse ist somit kein abstraktes Konzept, sondern ein biologisch hochrelevanter Kommunikationsweg, über den periphere Prozesse im Darm Auswirkungen auf neurodegenerative Vorgänge im Gehirn haben können.“

Wie läuft ein moderner Mikrobiom-Test konkret ab? – Ein Blick hinter die Kulissen von BIOMES

AD: „Herr Dr. Hammer, viele Leser können sich unter einem „Mikrobiom-Test für zu Hause“ noch wenig Konkretes vorstellen. Wie läuft dieser Prozess tatsächlich ab?“
PH: „Der erste Schritt ist ganz einfach: Man bestellt den INTEST.pro-Test in unserem Shop auf der BIOMES-Website. Dann senden wir dem Klienten das Test-Kit zu. Die Probenentnahme erfolgt zu Hause, unkompliziert und ohne medizinische Vorkenntnisse, das dauert keine zwei Minuten. Das ist wichtig, denn wir möchten möglichst viele Menschen erreichen, ganz unabhängig davon, ob sie gerade krank sind oder sich präventiv mit ihrer Gesundheit beschäftigen. Der Klient schickt uns seine Probe dann einfach per Post mit der vorgesehenen Umverpackung und einem beigelegten Post-Label zurück. Dann heißt es für ihn nur noch: abwarten. Denn dann beginnt unsere Arbeit und die ist alles andere als trivial: Sobald die Probe bei uns im Labor eintrifft, beginnt ein hochkomplexer Prozess. Wir extrahieren die mikrobielle DNA, sequenzieren sie und analysieren die genetischen Informationen mit speziell entwickelten bioinformatischen Verfahren. Dabei geht es nicht nur darum, welche Mikroorganismen vorhanden sind, sondern auch darum, was diese potenziell tun.“

Die unsichtbare Grundlage: Warum so viele Daten beim Mikrobiom-Test notwendig sind

AD: „Ein zentrales Element Ihrer Arbeit ist Ihre BIOMES-Datenbank. Was ist sie und warum ist sie so entscheidend?“
PH: „Ohne Vergleichsdaten wäre jede Analyse isoliert und damit wenig aussagekräftig. Die eigentliche Stärke unserer Methode liegt in der Kombination aus Sequenzierung und einer sehr großen, kontinuierlich wachsenden Referenzdatenbank. Diese ist über viele Jahre entstanden – durch Forschung, durch validierte Tests und durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern. Mittlerweile haben über 60.000 Menschen ihren Mikrobiom-Test bei BIOMES durchgeführt. Jeder einzelne Datensatz, selbstverständlich anonymisiert und DSGVO-konform, trägt dazu bei, Muster zu erkennen, Zusammenhänge besser zu verstehen und individuelle Ergebnisse korrekt einzuordnen.“

Vom Befund zur Handlung: Warum BIOMES nicht beim Testergebnis stehen bleibt

AD: „Viele Tests liefern am Ende nur ein paar Zahlen und Grafiken. Was machen Sie bei BIOMES anders?“
PH: „Das war für uns von Anfang an ein zentraler Punkt. Daten allein helfen niemandem. Deshalb arbeitet bei BIOMES ein interdisziplinäres Experten-Team aus Wissenschaftlern, Ernährungsfachkräften und Mikrobiom-Spezialisten, das die Ergebnisse in konkrete, alltagstaugliche Definitionen und Empfehlungen übersetzt. Unsere Kunden erhalten nicht nur eine Auswertung, sondern erhalten auch Vorschläge, wie sie ihr Mikrobiom gezielt unterstützen, regenerieren oder optimieren können, und zwar abhängig von ihrem individuellen Profil. Das betrifft Ernährung, Lebensstil und, wenn sinnvoll, auch den Einsatz von Probiotika.“
AD: „Und genau hier unterscheiden Sie sich deutlich vom Markt?“
PH: „Absolut. Wir glauben nicht an Probiotika „von der Stange“. Wenn Probiotika eingesetzt werden, dann individualisiert, abgestimmt auf das jeweilige Mikrobiom. Alles andere würde dem Anspruch an Präzision nicht gerecht. Unser Ziel ist es, Maßnahmen so passgenau wie möglich zu gestalten, statt allgemeine Empfehlungen auszusprechen, die für viele Menschen schlicht gar nicht passen.“
AD: „Zum Schluss noch eine ganz praktische Frage: Was kostet ein solcher Mikrobiom-Test eigentlich?“
PH: „Der Einzeltest für einen Erwachsenen kostet 159 Euro. Für Paare oder weitere Familienmitglieder bieten wir auch einen Doppelpack für 259 Euro an. Darüber hinaus haben wir spezielle Tests für Kinder sowie übrigens auch für Hunde, da das Mikrobiom natürlich nicht nur beim Menschen eine zentrale Rolle spielt.“
AD: „Wenn man das einmal gegenrechnet, was viele Menschen allein für zwei oder drei allgemein beworbene Probiotika-Produkte ausgeben, ohne zu wissen, ob diese Bakterienstämme überhaupt passen oder sich in ihrem Darm ansiedeln können, dann ist das recht moderat.“
PH: „Das sehe ich genauso, zumal bei uns ja extrem viel teure Labortechnologie dahintersteht. Aber wir versuchen, so günstig wie möglich zu sein, damit sich die Menschen das auch leisten können. Vor allem sollte man dabei auch bedenken, dass ein Mikrobiom-Test keine Ausgabe ist, die sich ständig wiederholt. In der Regel reicht es völlig aus, alle paar Monate einen Blick auf das eigene Mikrobiom zu werfen, wir empfehlen dies dreimal pro Jahr. Das System verändert sich zwar, aber nicht von Woche zu Woche. Wer einmal weiß, wie das eigene Mikrobiom aufgebaut ist und was es tatsächlich braucht, kann sehr gezielt handeln – und spart langfristig viel Geld, das sonst in ein eher blindes Ausprobieren unterschiedlicher Produkte fließen würde.“
AD: „Herr Dr. Hammer, herzlichen Dank dieses sehr aufschlussreiche Gespräch.“

Dr. Paul Hammer – Pionier der modernen Mikrobiom-Diagnostik

Dr. Paul Hammer – Bioinformatiker und Systembiologe – CEO BIOMES
„Foto: Dr. Paul Hammer – Bioinformatiker und Systembiologe – CEO BIOMES“

Dr. Paul Hammer ist Bioinformatiker, Systembiologe sowie Gründer und CEO von BIOMES und zählt zu den führenden Experten für Mikrobiom-Analyse. Nach seiner Promotion in Bioinformatik und Systembiologie an der Universität Potsdam forschte er unter anderem am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin.
Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie sich komplexe biologische Systeme – insbesondere das menschliche Mikrobiom – mithilfe moderner Sequenzierungstechnologien und datengetriebener Methoden präzise erfassen und funktionell verstehen lassen.
Mit der Gründung von BIOMES hat Dr. Hammer den Technologietransfer aus der Spitzenforschung in die praktische Gesundheitsanwendung maßgeblich vorangetrieben. Seine Arbeit verbindet Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierung (Next Generation Sequencing), Bioinformatik und künstliche Intelligenz mit dem Ziel, individuelle Mikrobiom-Profile wissenschaftlich fundiert nutzbar zu machen.
Dr. Hammer ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, gefragter Redner auf internationalen Fachkongressen und Autor des Buches „Der Darmkompass“. Sein Ansatz steht für Präzision, wissenschaftliche Tiefe und eine neue Generation personalisierter Gesundheitsdiagnostik.

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Studien und Literaturen:

https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/dad2.70057
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12241022
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12752256
https://www.nature.com/articles/s44400-025-00048-6
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396425002403
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11996191
https://www.frontiersin.org/journals/pharmacology/articles/10.3389/fphar.2022.903099/full
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39187176

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